Sonntag, 11. November 2012

Zukunftsausschuss der Gemeinde Großefehn

Empfehlungen und Maßnahmen gegen den demographischen Wandel.

Auslöser für diesen Beitrag ist die erste Sitzung des Zukunftsausschusses der Gemeinde Großefehn, die am Donnerstag, den 08.11.2012 terminiert war. Schwerpunktthema an diesem Abend war der "demographische Wandel" in der Region und in Großefehn, der von Herrn de Vries vom Landkreis Aurich sehr schön dargestellt wurde.

Kurzes Fazit: Der demographische Wandel läßt sich nicht aufhalten. Aber Großefehn steht zumindest von der Prognose noch besser dar als viele andere Kommunen - insbesondere die Nachbarkommunen.

Jetzt wisssen wir es! Und nun? Fragen von Ausschußmitgliedern an den Referenten bzgl. Empfehlungen dokumentierten unweigerlich die Ratlosigkeit zu diesem Thema. Die Gemeinde Großefehn muß sich vielfältigen Anforderungen und Herausforderungen stellen. Hier geht es konkret um den "Wettbewerb um Einwohner".



Eine überproportionale Überalterung erlebt Großefehn dadurch, dass eine (nicht zu vermeidende) Bildungswanderung (Abwanderung) der 18 - 24 Jährigen und eine signifikante Zuwanderung der Generation 55+ erfolgt.

Maßnahmen und Empfehlungen

Es gilt in allen öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen herauszustellen, dass nicht nur gute Lebensbedingungen und attraktive Arbeitsplätze in der Region existieren, sondern auch die Familienfreundlichkeit der Region sich auf höchstem Niveau bewegt. Kinder sind das Zukunftspotential von Großefehn. Der Fokus "Kinder- und Familienfreundlichkeit" muß Thema Nr. 1 sein.

Die Verkehrsinfrastruktur im Bereich des ÖPNV muss insbesondere für die Zielgruppe der 12 - 18 Jährigen verbessert werden.

An den Schulen muss eine bessere Information über den regionalen Arbeits- und Ausbildungsmarkt erfolgen. Rund 79 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiteten in kleinen bis mittelgroßen Betrieben, stellt das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln fest. Die Großunternehmen hingegen bieten in Westdeutschland inzwischen nur noch gut jedem Fünften Arbeit. Vielleicht schaffen wir es in Zukunft in Ostfriesland, dass wir den Schülern von mehr als 4 Unternehmen Kenntnis geben, die nicht zu den "4 Großen" gehören und auch attraktive Arbeitsplätze bieten. 

Die Bildungswanderung der 18 - 24 Jährigen ist unvermeidlich. Hier müssen Anreize geschaffen werden, die zu einer Rückwanderung nach Abschluß der Bildungsphase veranlassen. Die Zuwanderungsbewegungen der "Elterngeneration" (23 - 36 Jährige) müssen über Anreize gefördert werden. Hier empfehlen wir der Gemeinde Großefehn den Kauf von Bestandsimmobilien für diese Zielgruppe entsprechend zu fördern.

Auch Arbeitgeber in Großefehn können hier zusätzliche Anreize schaffen. So erhalten - auf formlosen Antrag - Mitarbeiter der Firma HR4YOU in Timmel einen "Willkommens-Bonus" bzw. eine Einmalzahlung, wenn sie sich in Großefehn bzw. Timmel ansiedeln.

Der Willkommens-Bonus ist wie folgt definiert:
  • 50% der Grunderwerbsteuer
    Erwerb einer Immobilie in Großefehn 
  • 100% der Grunderwerbsteuer
    Erwerb einer Immobilie im Ortsteil Timmel 
  • 50% der Maklercourtage
    Anmietung einer Immobilie in Großefehn
  • 100% der Maklercourtage
    Anmietung einer Immobilie im Ortsteil Timmel

Weitere Ideen für Großefehn und Timmel sind gefragt. Diskutieren Sie mit uns.

Ihr Team von timmel.net

P.S.: Neu und eine gute Idee ist auch das Diskussionsforum der Gemeinde Großefehn. Es hat uns nur die Rubrik für dieses Thema gefehlt, sonst hätten wir sie genutzt.

Kommentare:

  1. Was tut die Gemeinde Großefehn? In der Nachbargemeinde Wiesmoor gibt es z.B. eine Familienfördeung beim Kauf von Grundstücken. Die Förderung beträgt 1.200,00 € je Jahr und Kind und wird für einen maximalen Zeitraum von fünf Jahren je Kind gewährt, jedoch längstens bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Die Förderung ist auf fünf Kinder begrenzt.

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  2. ... es ist bedauerlich, dass auch gute Vorträge zum demografischen Wandel oftmals wie oben beschrieben bewertet werden. In der Regel erwarteten die "Zuhörer" eine Person, die nicht nur die Situation vor Ort beleuchtet, sondern gleichzeitig die passenden Rezepte in der Tasche trägt. Dies kann niemals ein Weg sein! Wenn die Bewältigung der Folgen des demografischen Wandel Erfolg haben soll, dann müssen aus den "Zuhörern" "Aktive" werden, die die Entwicklung aus der Gemeinde heraus voran treiben. Dies sollte ohne das bisherige Kirchturmdenken erfolgen - mit Ellenbogen kann heute nichts mehr erreicht werden. Zusammenarbeit über die Gemeindegrenzen hinaus ist gefragt! Hier scheint die Situation noch schlimmer zu sein und es werden tatsächlich unterschiedliche Boni für verschiedene Ortsteile vorgeschlagen ...

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    1. Hallo Anonym,

      die einzige Meinung, die ich zu dem vorgenannten Kommentar teile ist, dass aus "Zuhörern" "Aktive" werden müssen. Die „Rezepte“ wurden wie oben beschrieben auch nicht von dem Referenten des wirklich gelungenen Vortrages erwartet, sondern von den Kommunalpolitikern. Noch einmal zum besseren Verständnis, es geht hier nicht nur um Überalterung sondern konkret um "Bevölkerungsschwund" und das ist ein "Kirchturm-Thema". Sie prangern Kirchturmdenken an? Wozu sollte so ein Thema gemeindeübergreifend angegangen werden? Andere Gemeinden haben so ein Thema gar nicht. Schauen Sie sich einmal die Bevölkerungsentwicklung in den Großstädten Berlin, Hamburg und München an. Oder beleuchten Sie das Thema doch einmal global. Sie werden feststellen, dass das Thema Bevölkerungsschwund auf diesem Planeten – länderübergreifend und sogar auf Gemeindeebene betrachtet - nicht existiert.

      Sie finden es schlimm, dass es für unterschiedliche Ortsteile unterschiedliche Boni gibt? Finden Sie es auch schlimm, dass es unterschiedliche Gewerbesteuerhebesätze in Deutschland gibt? Wieso muss man für einen Quadratmeter Bauland in Timmel am Timmeler Meer mehr bezahlen als in Felde oder Akelsbarg? Ganz einfach: Weil Timmel den schickeren Kirchturm hat.
      Übrigens, wenn überall alles gleich wäre, dann wäre es sehr langweilig, unser aller Stärke liegt in der Regionalität und der Individualität unserer Regionen. Nur im Wettbewerb der Ideen kommt Vielfalt zustande.

      Die Bonus-Maßnahme ist in erster Linie eine firmenpolitische Maßnahme und erst in zweiter Linie kommunalpolitisch zu sehen. Als Unternehmer, würden Sie die Maßnahme verstehen.
      A. Rekemeyer

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